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BREAK.OUT

Ditta Rudle /27.05./ 2016/ Tanzschrift.at
Heinz Wagner /27.05./ 2016/KURIR
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http://http://kurier.at/leben/kiku/break-out-taenzerische-brueckenschlaege/201.389.737

Home Parkour / Creation 2012

NEW… from Home Parkour 2012 /by Ditta Rudle, TANZ.AT

Bodyparkour nennt der Tänzer und Choreograf Àkos Hargitay das Zusammenspiel der Straßenkunst Parkour mit dem zeitgenössischen Tanz. In seinem neuen Stück „Home Parkour“ zeigt die Company Two in One kraftvolle Akrobatik und präzisen Tanz als Kampf gegen Beschränkungen, Enge und alltägliche Hürden. Seo Youn Kim und Sung-hyun Kim turnen, tanzen, klettern, kugeln, fliegen und fallen mit vollem Körpereinsatz.

Das weiße Haus steht auf Rädern und besteht nur aus einem Zimmer. Mehr als ein Tisch und ein Sessel passen nicht hinein. Und doch sollen sich drei Menschen darin zurechtfinden, schlafen, arbeiten, miteinander kommunizieren. Sie kämpfen mit den Objekten und miteinander, fliegen durch das Fenster, verrammeln es mit dem Tisch, gehen die Wände hoch, purzeln durch das offene Dach, sausen durch die Tür wieder herein, gebremst nur vom im Weg stehenden Tisch. Àkos Hargitay gibt als Clown im glitzernden Sakko und widerspenstigem Bowler den Regisseur, bewegt das kleine weiße Haus um die eigene Achse, sodass sie Zuschauer immer neue Aspekte zu sehen bekommen. Zur unaufdringlichen Musik von Gammon (der auch für die Bühne verantwortlich zeichnet) entwickelt sich ein konzentriertes Spiel zwischen dynamischer Zirkusakrobatik, Street Dance, Hip Hop, Parkour und Tanz. Mit voller Hingabe und äußerster Präzision gehen  Seo Youn Kim und Sung-hyun Kim an die Grenzen ihrer körperlichen Möglichkeiten, bis ihnen Choreograf Hargitay kleine Pausen gönnt und damit dem Publikum poetische Momente in surrealistischen Bildern. Im blauen Licht dreht sich das Haus langsam, die Tänzerin im roten T-Shirt schaut versonnen aus dem Fenster, die Musik schmeichelt –man darf kurz träumen. Von Pierrot lunaire, dem Clown des Mondes, von den Hüten des Herrn Magritte und den in verschobener Perspektive gemalten Zimmern des Edward Hopper. Dann ist der Zauber wieder vorbei, die Tänzerin wird zum Objekt, vom Tänzer gehoben und abgestellt, sie wehrt sich und drängt ihn aus dem engen Raum, wie aus Bosheit verstellt der Clown die störenden Möbel, sodass sich das Duo blitzartig neu orientieren muss.

Auch wenn Ákos Hargitay ein striktes Konzept hat, das eine spannende Dramaturgie und die Ahnung einer thematischen Basis sichtbar werden lässt, stehen die Körper von Tänzerin und Tänzer, die Möglichkeiten und Grenzen der Bewegung im Mittelpunkt. Wie sehr die Schranken des üblichen Bewegungsvokabulars ausgereizt und überschritten werden, macht nicht nur die Ausführenden atemlos. Man darf sich an der rasanten Kunst erfreuen und auch unterhalten und feststellen, dass aus der von Hargitay erfundenen Wortkombination „Bodyparkour“ allmählich eine Kunstform wird, die ihren eigenen Gesetzen gehorcht.

Der Standard /(hein / DER STANDARD, Printausgabe, 27.1.2012)

DSCHUNGEL WIEN

Wohnst Du noch oder tanzt Du schon?

26. Jänner 2012 19:30

Ákos Hargitay in “Home Parkour” Tanz ist nicht nur mit menschlichen Körpern möglich. Ákos Hargitay zeigt in Home Parkour, das aktuell für junges Publikum ab 13 Jahren im Dschungel Wien zu sehen ist, wie man auch mit so Unbeseeltem wie Wohnungsinventar tanzen und emotionsgeladene Geschichten erzählen kann. Mit dem Gehabe eines Clowns, in weißem Anzug und Melone, betritt Ákos Hargitay die Bühne, clownesk auch seine Versuche, das Publikum zum Lachen zu bringen. Auf der Bühne selbst findet sich lediglich ein Holzkubus auf Rollen, der ganz offensichtlich eine stilisierte und vor allem winzige Wohnung abgeben soll: Fenster und Tür, ein Tisch, ein Stuhl. In dieser Manege lässt der “Clown” Hargitay die zwei Tänzer Seo-youn Kim und Sung-hyun Kim tanzen oder vielmehr leben. Sie tanzen in und mit dem Mobiliar und erinnern mit Versatzstücken aus Breakdance, Hip-Hop oder Capoeria manchmal an ausgelassen tobende Kinder. Tatsächlich bringt ihr Tanz nicht nur die Anpassung an räumliche Verhältnisse zum Ausdruck. Sie spielen in ihren Bewegungen (oft scheinbar befohlen durch ein Fingerschnippen Hargitays) auch verschiedene Konstellationen zwischen zwei Menschen, zwischen Mann und Frau durch: Abneigung und Gewalt lassen sich ebenso erkennen wie Unterstützung und starke Anziehung. Die Stärke des Stückes ist diese Offenheit: Es kann, wie eine Zirkusvorführung, ob seines akrobatisch- tänzerischen Könnens bestaunt werden. Daneben aber lassen sich darin die verschiedensten Arten entdecken, auf die zwei Menschen miteinander leben können.

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AutorIn: Edith Wolf Perez/TANZ.AT

Mit einem Mix aus Street Dance, Extremsportarten und zeitgenössischem Tanz hat die die Company Two in One (Akos und Michaela Hargitay) einen eigenen Stil kreiert, mit dem sie schon jahrelang durch verschiedene Theater und Festivals tourt. Für die Produktion „Freerunning & Bodyparkour“ wurde sie in diesem Jahr mit zwei Nominierungen zum „STELLA10–Darstellender.Kunst.Preis für junges Publikum“ belohnt.

Bei der Fortsetzung „Bodyparkour in Concert“ sind die TänzerInnen auch MusikerInnen, kreieren ihren eigenen Sound und spielen die aufgenommenen Sampler auch selbst ein. Luftpolster-Verpackungsfolien, die auf dem Boden aufgelegt und mit Klebebändern befestigt werden, sind eine Geräuschquelle, wenn etwa das Stahlgerüst darüberfährt. Das Publikum bekommt kleine Stücke davon und spielte durch das Knacken der Luftpolster-Noppen bei der Geräuschkulisse mit. Der Auf- und Abbau des Stahlgerüstes macht ebenfalls jede Menge „Lärm“.

John Cage wird zitiert – „The sound is as it is“ – und sein Zufallsprinzip zieht sich durch die Performance aus geschmeidigen Tanzsequenzen und akrobatischen Einlagen, die auf dem Stahlgerüst kulminieren. Karla Zimmermann, Nathalee Lavaback, Quim Bigas Bassart, Bernard Mann und Alexandros Charos sind ausgezeichnete Mover, die meist losgelöst voneinander tanzen und dann doch vereinzelt – wie zufällig – aufeinander Bezug nehmen und interagieren.

Der Ansatz ist interessant und experimentell, aber insgesamt fehlen der Performance (noch) Fokus und Rhythmus. Die PerformerInnen sind mit der Manipulation der Requisiten und dem Zuschalten der Soundsamplers so beschäftigt, dass sie ihren Bewegungsansatz nicht entwickeln können. Die einzelnen Teile reihen sich zufällig aneinander, man wünscht sich einen Ausbruch an Energie, der aber nur punktuell erfolgt und gleich wieder verebbt. Im Sinne von Cage ist das vielleicht gewünscht, aber für das Publikum fehlt der Kick, der aus der Verbindung mit der „youth urban culture & street art“ zu erwarten wäre.

Cie Two in One: Bodyparkour in Concert, Dschungel Wien, 17. Mai 2010 (UA)

TANZ.AT

AutorIn: Edith Wolf Perez

„Die Verneinung stilistischer Pluralität ist die Verneinung der gesellschaftlichen Gegenwart und wird somit zu einem politischen Thema! … Sich auf unterschiedliche Formate einzulassen bedeutet Auseinandersetzung, Positionierung und Stellungnahme“, lautet die programmatische Ansage von Nikolaus Selimov und Manfred Aichinger zum diesjährigen Festival Österreich TANZT im Festspielhaus St. Pölten.

Damit führt das vom künstlerischen Leiter des Festspielhauses St. Pölten Joachim Schlömer für drei Jahre als Kurator bestellte Duo sein im Jahr 2008 initiierte Modell für das einzige nationale Festival weiter.

Eröffnet wird die Ausgabe 2010 am 26. Mai mit der österreichischen Erstaufführung von Doris Stelzers in Hamburg kreierten Stückes „views in process“ und der Uraufführung von „IN –OUT“ von Elio Gervasi.

Am 27. Mai gibt es die Indische Tanzperformance „Imaginationen“ mit Vera-Viktoria Szirmay und anschließend „Bodyparkour Reloaded die.Pölten edition“ von Akos Hargitay, in der trendige Extremsportarten mit groovigen Tanzstilen vereint werden.

Der 28. Mai ist der älteren TänzerInnengeneration gewidmet: Die AGE COMPANY untersucht in „Richtungswechsel“, einer Choreografie von Nicole Berndt-Caccivio, wie die lieben Alten (nicht) sein wollen. Liz King hat mit dem Choreografen Georg Blaschke das Duo „Your Dancer“ erarbeitet und zeigt, wie ihr „Körper als Erinnerungsdepot“ funktioniert.

Das Festival schließt am 29. Mai mit Darrel Toulons Alphagroup und seiner Choreografie „Timeextension“ und Bernd Roger Bienerte „Signings / SCHRIFTzeichen“, in der Text, Tanz und Gebärdensprache miteinander verwoben werden.

Ein buntes Workshoprogramm für Kinder und Jugendliche in den unterschiedlichsten Disziplinen sowie eine Session „Tanz für Menschen 55+“ mit Nicole Berndt-Caccivio, ein Fortbildungsworkshop für TanzpädagogInnen mit Christina Medina sowie das ChoreoLAB mit Manfred Aichinger für TanzstudentInnen bilden den pädagogischen Festivalteil. Wie jedes Jahr (seit 2008) werden die TeilnehmerInnen des ChoreoLAB auch heuer während des Festivals eine Performance auf öffentlichen Plätzen in St. Pölten zeigen (jeweils um 12.30 Uhr, der Ort wird kurzfristig bekannt gegeben).

Die Ausstellung „Ich rieche, schmecke, … Tanz“, ein Tango Spezial mit Tangounterricht und Milonga sowie die Abschlussparty „Freestyle Furioso Party“ ergänzen das Programm, das den programmatischen Ansatz von Aichinger und Selimov vielfältig verdeutlicht.

Österreich TANZT im Festspielhaus  St. Pölten 25. bis 29. Mai 2010, Festspielhaus St. Pölten

KURIER

Die wunderbare Leichtigkeit der akrobatischen Tanzperformance

Freerunning und BodyParkour im Wiener MQ

Es wirkt alles so wunderbar leicht. Dabei wäre jeder Sprung, fast jede Bewegung für die meisten Zuschauerinnen und Zuschauer Schwerarbeit. Zu zehnt lassen sie mitunter den Atem stocken. Beginnend im kleinen Hof beim Eingang Mariahilfer Straße springen die jungen Frauen und Männer auf und über Hindernisse wie steinerne Kanten. Oder auf ebenem Weg aus dem Stand einen Salto. Oder sorgen für Schmunzeln bis Lachen. Etwa wenn einer der Akteure einen einarmigen Handstand macht. Und mit der zweiten Hand seinen Hut hält, damit der nicht zu Boden fällt.

Die ungarisch-österreichische Compagnie Cie. Two in One (immer mit wechselnder Besetzung) setzt ihre Freerunning & BodyParkour dann im großen Saal des Dschungel Wien fort. Die Zwischenstation im großen Hof, die’s bei der Premiere noch gab, fiel den derzeitigen strengen Einschränkungen zum Opfer. Die Chefetage des MuseumsQuartier duldete nicht, dass die tanzenden AkrobatInnen – oder akrobatischen TänzerInnen, af den gelben Enzis ihre Kunststücke zeigen.

Tänzerische Akrobatik mit extremer Leichtigkeit

Im Theatersaal heizt zunächst einmal Super-Beatboxer Kareem ein – mit seiner Mundmusik zaubert er eine Geräuschkulisse für die tanzenden, springenden, sich unterschiedlichst verbiegenden KollegInnen in den Raum, die schier unglaublich ist.
Wände hochgehen, sich dabei aber noch um die eigene Achse drehen- scheint wie ein leichtes Spiel zu sein. Sprünge von einem Podest auf eine dünne Metallstange? Die Mitglieder dieser Truppe schaffen’s. Das alte Kinderspiel Tempelhüpfen (auf dem Boden Felder mit Kreide zeichnen und in eins nach dem anderen zu hüpfen) wird hier mit Kartons wieder belebt. Die Crewmitglieder springen in eine Schachtel, dann die nächste… Oder sie lassen gleich die erste aus und rein in die zweite. Oder einer springt rein, bückt sich, und andere springen wie im Turnsaal über den Bock gleich über alle Kisten drüber.

Als Wände, Podeste und Kartons nicht mehr reichen, bauen die TanzakrobatInnen aus Metallstangen einen Würfel mitten in den Raum. Und turnen tänzerisch auf diesem herum. Geiler “Trick”: Ein Mikro wird direkt in eines der Hohlrohre gesteckt. Das “Turngerät” gibt nun mit jeder Bewegung entsprechende Geräusche von sich. Die Bewegungen sind nun nicht nur choreografiert, sie wirken gleichzeitig komponiert.
Wer die Performances versäumt, dem7der ist nciht zu helfen!
Heinz Wagner

sprung

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